Burgenland erzielt hervorragende Ergebnisse in der dreijährlichen iKMPLUS Testung der Primarstufe

Eisenstadt, 11. 3. 2026

Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Robert Klinglmair, Direktor des Instituts des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS), stellten gestern um 11.00 Uhr im Bildungsministerium in der Wasagasse in Wien die Ergebnisse aus 3 Jahren iKMPLUS für Österreichs Volksschulen vor. Der erste Bundesergebnisbericht fasst die Ergebnisse des 1. Erhebungszyklus (2023-2025) der individuellen Kompetenzmessung
PLUS für die 4. Schulstufe auf Österreich- und Bundeslandebene in den Bereichen Mathematik, Deutsch-Lesen, Deutsch-Zuhören und Deutsch-Verfassen von Texten zusammen. Er gibt Aufschluss darüber, wie gut Österreichs Schülerinnen und Schüler am Ende der Volksschule die Bildungsstandards erreichen.

Symbolfoto Landesrätin Daniela Winkler und Bildungsdirektor Alfred Lehner

Überblick – Die individuelle Kompetenzmessung PLUS
Die individuelle Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS) ist ein Instrument zur Erfassung fachbezogener und zur Einschätzung überfachlicher Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern. Die iKMPLUS lässt sich in einzelne verpflichtende und freiwillige Module untergliedern, die speziell an die jeweiligen Anforderungen der Primar- und der Sekundarstufe angepasst sind. Die Kompetenzmessung findet in der 4. Schulstufe in der Volksschule und später in der 8. Schulstufe der MS und AHS statt.

Mithilfe der einzelnen Module der iKMPLUS werden umfassende Datengrundlagen für die pädagogische Arbeit, die Schulentwicklung, das Qualitätsmanagement und das Bildungsmonitoring geschaffen. Eine Reflexion und nachhaltige Verwertung der gewonnenen Informationen wird über eine Schulentwicklungsberatung von der Bildungsdirektion über das Schulqualitätsmanagement angeleitet und von der Pädagogischen Hochschule begleitet.
Sozioökonomische Ausgangslage (SÖL) zur Ermittlung und Berechnung des Erwartungswertes der Schulen in den einzelnen Bundesländern Die sozioökonomische Ausgangslage (SÖL) von Schulen ist eine Klassifikation. Sie
beschreibt Rahmenbedingungen einer Schule, welche die Schule nicht direkt beeinflussen kann. Aus nationalen und internationalen Erhebungen ist bekannt, dass sozioökonomische Faktoren eng mit den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zusammenhängen. Die meisten Bundeslandunterschiede sind stark von der demografischen Zusammensetzung der jeweiligen Schülerschaft geprägt. Ein Indikator dafür ist die sozioökonomische
Ausgangslage (SÖL) der Schulen. Diese sozioökonomische Ausgangslage setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

– Bildung der Eltern/Erziehungsberechtigten der Kinder
– Erwerbsstatus bzw. Einkommen im Haushalt der Kinder
– Migrations-/Sprachhintergrund der Kinder.

Die SÖL wird in 6 Kategorien unterteilt, die niedrigste Kategorie ist die ungünstigste, die höchste bezeichnet die günstigste Ausgangslage. Die Kategorien lauten „sehr niedrig“, „niedrig“, „ausgewogen“, „hoch“, „sehr hoch“ und „höchste“. Je höher die sozioökonomische Ausgangslage einer Schule ist, desto günstiger sind die Bedingungen für den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler an der Schule. Die meisten Bundeslandunterschiede sind stark von der demografischen Zusammensetzung der jeweiligen Schülerschaft geprägt.

Erwartete Werte im Burgenland auf Basis der SÖL – Berechnung
Im Burgenland finden sich keine Schulen der SÖL-Kategorie 1 und sehr wenige in SÖL-Kategorie 2 (sehr niedrig und niedrig). Schülerinnen und Schüler im Burgenland gehen also sehr viel häufiger in Schulen mit  vergleichsweise günstigerer sozioökonomischer Ausgangslage (SÖL-Kategorie 3-6) und somit ist auch der Erwartungswert dementsprechend höher eingestuft, als der im Schnitt aller Bundesländer.

Ziel der einzelnen Schule ist es somit, die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zumindest in die Nähe des Erwartungswertes zu bringen.

iKMPLUS Ergebnisse im Burgenland
Hinsichtlich der nun veröffentlichten Ergebnisse gibt es in den meisten Bundesländern kaum Unterschiede zwischen den beobachteten und den erwarteten Werten, das Burgenland bildet hierbei eine Ausnahme.
Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler der 4. Schulstufe der Volksschulen im Burgenland liegen in allen Kompetenzbereichen über dem Österreich-Schnitt und auch über den aus der SÖL berechneten Erwartungswerten.
In Mathematik beispielsweise liegt der erwartete Wert bei 511 und der beobachtete Wert bei 528. Bei Deutsch (Lesen) liegt der beobachtete Wert 20 Punkte über dem erwarteten Wert.

 

Deutsch (Zuhören) und Deutsch (Verfassen von Texten) wurde mit einem erwarteten Wert von 514 prognostiziert. Tatsächlich liegt der Wert bei Deutsch (Zuhören) bei 520 sowie bei Deutsch (Verfassen von Texten) bei 525. Im Vergleich dazu liegt der österreichische Mittelwert all dieser Kompetenzbereiche bei 500.

Zudem weist das Burgenland in allen überprüften Kompetenzbereichen die kleinsten Gruppen von Schülerinnen und Schülern mit geringen Kompetenzwerten auf und die größte Gruppe mit sehr hohen Kompetenzwerten. Im Bereich Mathematik konnten nur 4% der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards für das Ende der 4. Schulstufe nicht erreichen. In Deutsch (Lesen) konnten hierbei nur 7% die Bildungsstandards nicht erreichen. 25% der Kinder haben im Burgenland die Bildungsstandards in Mathematik übertroffen. In Deutsch (Lesen) waren es 11%.

 

Hintergründe zu den burgenländischen Ergebnissen
Im Burgenland wurde der Fokus schon vor langer Zeit auf eine evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung gerichtet. Vor allem an den Volksschulen wurde diese Orientierungsmöglichkeit als sinngebend erkannt und in einer individualisierten Unterrichtsbegleitung umgesetzt. Diese Individualisierung trägt in den Volksschulen mit Sicherheit zu den guten Ergebnissen bei. Die Pädagoginnen und Pädagogen passen die Lerninhalte allem Anschein nach erwartungsgemäß gut an die Stärken und Schwächen ihrer Schülerinnen und Schüler an. Zudem tragen mit Sicherheit auch die Landesprojekte, wie „Lesen-Schreiben-Verstehen“, Nachhilfe bzw.  „Burgenländische Schulassistenz“ zu den Erfolgen des Burgenlandes bei. Landesrätin Daniela Winkler betont: „Die aktuellen Ergebnisse der österreichweiten iKMPLUS-Testungen zeigen außergewöhnliche Leistungen der burgenländischen Schülerinnen und Schüler. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung für das Bildungssystem im Burgenland. Unsere Schülerinnen und Schüler der 4. Schulstufe erreichten in allen überprüften Kompetenzbereichen Werte, die bedeutend über dem Österreich-Durchschnitt liegen. Auch im direkten Vergleich mit den anderen Bundesländern sind die Mittelwerte in nahezu allen Bereichen höher als jene der meisten
anderen Bundesländer.

Besonders positiv ist, dass vor allem in Mathematik und im Bereich Deutsch (Lesen) die tatsächlich erreichten Leistungen weit über den Erwartungen liegen.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Leistungen im burgenländischen Bildungssystem. Sie sind zugleich Anerkennung für das große Engagement unserer Lehrerinnen und Lehrer, der Schulleitungen sowie der gesamten Schulgemeinschaft. Unser Ziel bleibt es, allen Kindern die besten Chancen zu bieten und das hohe Niveau weiter auszubauen.“ „Die guten Ergebnisse der iKMPLUS-Testung zeigen, dass unsere Volksschulen auf einem
sehr guten Weg sind und unsere Pädagoginnen und Pädagogen hervorragende Arbeit leisten. Diese Ergebnisse geben uns eine wichtige Orientierung entlang einer qualitätsvollen, datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Sie ermöglichen uns, unsere Arbeit zu reflektieren und Maßnahmen zur Nachjustierung und Optimierung auf den Weg zu bringen, die jedem Kind im Burgenland den bestmöglichen Bildungsweg
ermöglichen und eine chancengerechte Bildung garantieren“, erklärt Bildungsdirektor Alfred Lehner.

 

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